Leben mit Krebs

Die Diagnose Krebs betrifft den ganzen Menschen, trifft ihn körperlich, seelisch, geistig und sozial und wirft viele Fragen auf. Sie verändert die Lebenssituation der Betroffenen und der nahe stehenden Personen radikal.

Mit oder nach der Behandlung sieht sich der Patient und seine Angehörigen mit zahlreichen Problemen konfrontiert. Die folgenden Informationen sollen Ihnen einen ersten Überblick geben. Weitere Informationen zum Thema "Leben mit Krebs" erhalten Sie in der Beratungsstelle der Thüringischen Krebsgesellschaft.

Nachsorge und Rehabilitation

Nach einer Krebserkrankung werden in der Regel Untersuchungen zur Nachsorge durchgeführt, die in bestimmten Abständen erfolgen. Diese Abstände richten sich nach der jeweiligen Krebserkrankung und werden im Laufe der Zeit immer größer.

So können Nachsorgeuntersuchungen am Anfang täglich oder wöchentlich, später alle paar Monate und zuletzt nur noch einmal im Jahr durchgeführt werden.

Oft wird diesen Nachsorge-Terminen mit Angst und Besorgnis entgegengeblickt. Gehen Sie daher zu solchen Terminen nicht allein, sondern suchen Sie sich eine Begleitung. Mit einem Vertrauten an der Seite ist die Sorge oft gleich ein bisschen leichter.

Je nach Erkrankung müssen unter Umständen Rehabilitationsmaßnahmen durchgeführt werden.

Im Anschluss an die Therapie geht es deshalb darum, so schnell wie möglich körperlich fit und seelisch stabil zu werden; gegebenenfalls gilt es auch die Erwerbsfähigkeit wiederherzustellen. Um diese Rückkehr ins Leben zu unterstützen, haben Krebspatienten im Anschluss an die Tumorbehandlung Anspruch auf rehabilitative Leistungen.

Was kann ich selbst tun?

Krebserkrankungen bedeuten meist einen massiven Einschnitt in das Leben der Patienten und ihrer Angehörigen. Hilfe bei der Auseinandersetzung mit der Krankheit und ihren Folgen können Sie von professioneller Seite erhalten. Sie können auch die Vorteile von Selbsthilfegruppen nutzen. Neben solchen Unterstützungsangeboten von außen gibt es darüber hinaus ein breites Spektrum an Möglichkeiten, wie Sie selbst dazu beitragen können, die Erkrankung zu bewältigen und Ihre Lebensqualität zu verbessern.

Ein Patentrezept dafür gibt es leider nicht. Es kommt - kurz gesagt - darauf an, für das eigene seelische und körperliche Wohlbefinden zu sorgen. Die Wege, das eigene Befinden günstig zu beeinflussen, sind individuell sehr unterschiedlich. Während der eine im Internet surft und Chatrooms besucht, ist es für eine andere Person Seidenmalerei oder Wandern, was sie als entlastend empfindet. Suchen Sie sich eine Betätigung, die Ihnen gefällt. Wichtig ist, dass Sie aktiv werden.

Psychosoziale und psychoonkologische Beratung

Bei der Behandlung von Krebs-Patienten steht zunächst die medizinische Versorgung im Vordergrund. Doch Betroffene brauchen nicht nur die bestmögliche medizinische Therapie, sondern auch seelische und soziale Begleitung.

Krebsberatungsstellen helfen bei Fragen, die sich aus der veränderten Lebenssituation nach der Diagnose Krebs ergeben und die über rein medizinische Inhalte hinausgehen.

Krebsberatungsstellen verstehen sich als Ansprechpartner für Krebspatienten und ihre Angehörigen – sie wollen zu einer möglichst guten Lebensqualität Betroffener beitragen.

Partnerschaft und Sexualität

Operation, Bestrahlung oder chemotherapeutische Maßnahmen können das Sexualleben beeinträchtigen. Dadurch fühlen sich viele in ihrem Selbstwertgefühl verletzt und trauern über verloren gegangene Fähigkeiten. Auch hier ist es wichtig, sich dem Partner zu öffnen und über die sexuellen Schwierigkeiten zu sprechen.

Erfüllte Sexualität ist ein elementares menschliches Bedürfnis. Im Verlauf einer Krebserkrankung kann es zu tiefgreifenden Störungen in der Sexualität und Partnerschaft von Krebspatienten kommen. Ihre Ursachen sind meist vielfältig: Sie werden durch die medizinische Behandlung direkt ausgelöst, durch die persönliche Bewertung des veränderten Körpers und durch echte oder vermutete Reaktionen des Partners. Auch die seelischen Belastungen im Gefolge der Krebserkrankung können sich auf das sexuelle Empfinden auswirken.

Besonders in der ersten Zeit der Behandlung rückt das Bedürfnis nach Sexualität oft ganz in den Hintergrund. In dieser Phase, in der die medizinische Therapie und die Auseinandersetzung mit der Krankheit alle Kräfte beanspruchen, ist der Wunsch nach Zärtlichkeit und Nähe des Partners oft wichtiger. Mit zunehmender Heilung und Besserung des Allgemeinzustandes nehmen die sexuellen Bedürfnisse des Patienten häufig wieder zu .

Bestimmte Behandlungsformen können die sexuellen Funktionen und Empfindungen jedoch auch dauerhaft oder zumindest über einen längeren Zeitraum hinweg beeinträchtigen.

Selbsthilfe

In Deutschland gibt es inzwischen eine große Zahl von Selbsthilfegruppen krebskranker Menschen, in denen sich Betroffenen zusammengeschlossen haben. Sie helfen sich gegenseitig, mit den Auswirkungen der Erkrankung zu leben.

Die Gruppenmitglieder informieren sich gegenseitig über Neues im Zusammenhang mit der Krebserkrankung und geben besonders Alleinstehenden oder Menschen, die sich in ihren Beziehungen sehr alleine fühlen, einen wichtigen Halt. Mit ihrer persönlichen Erfahrung machen sie anderen Mut und helfen oft schon im Vorfeld einer medizinischen Behandlung Ängste zu lindern. Sie erleben, wie andere Krebskranke mit körperlichen Einschränkungen umgehen und wie sie mit den seelischen Belastungen fertig werden. Das Beispiel von Betroffenen kann zeigen, dass ein erfülltes Leben auch mit der Krankheit möglich ist. Das macht Mut und gibt Kraft, die eigenen Probleme anzupacken.

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